Montag, 16. Januar 2017

~ Rezension ~ "Federherz" von Elisabeth Denis

© Cover- und Zitatrechte: Oetinger 34

Inhalt

"Irgendetwas geht vor sich und ich bin Teil dessen … Düstere Tage. Schnee. Schatten zwischen den Bäumen. Schritte. Wenn ich mich umdrehe, ist nichts zu sehen. Nur wegen Basil quäle ich mich jeden Tag zum Internat. Doch es wird immer dunkler, und etwas ist hinter mir her. Ich spüre es. Genau wie ich weiß, dass ich nicht zufällig auf Hainpforta gelandet bin." - Quelle Klappentext



Der erste Satz...

 
 

Hainpforta war von Anfang an merkwürdig, aber auf eine unterhaltsame, witzige Art. Nur deswegen haben Hanna, Fridolin und ich jeden Tag den Weg durch den Wald in Kauf genommen.“ - Mischa

 
Seite 134





Zwischen den Seiten

"Federherz", beginnt mit einem Rückblick, aufgelöst, schreibt Mischa, die Ich-Erzählerin, darüber was sie in den letzten Wochen erlebt hat. Ihr Gymnasium ist über Nacht bis auf die Grundmauern abgebrannt. Ein regulärer Schulbetrieb ist für die 300 Schüler nicht mehr möglich und so werden sie
Startseite vom Oetinger 34
auf die Nachbarschulen verteilt. Überraschend ist Mischa eine von drei Schülern, die von nun an aufs mysteriöse Hainpforta gehen werden. Hainpforta, welches im Wald liegt, soll ein Eliteinternat sein, weil die Schüler und Lehrer sich nie in der Stadt zeigen, dementsprechend wild, einfallsreich sind die Gerüchte, die sich um Hainpforta ranken.

Zunächst gefällt es Mischa überhaupt nicht von ihrem besten Freund Klaas getrennt zu werden, doch schon nach dem ersten Schultag ist Mischa neugierig und das liegt vor allem an dem gut aussehenden Basil, in den sie sich auf Anhieb verguckt hat. Allerdings fällt Mischa und ihren beiden mit auserwählten Mitschülern Fridolin und Hanna auf, das Hainpforta alles andere als gewöhnlich ist und auch die vielen bestehenden Gerüchte nicht an diese Realität heran kommen. Schüler und Lehrer benehmen sich eigenartig. Manche von den Hainpforta Schülern sind freundlich oder desinteressiert oder was besonders schlimm ist abweisend feindlich. Hainpforta birgt Geheimnisse, welche die neugierige Mischa erfahren will und sich dabei in Gefahr begibt.

Lesespaß

Mir hat die Idee vom mysteriösen, geheimnisvollen Internatsgebäude gefallen, weil ich eine Schwäche für Internatsgeschichten habe. Das Hainpforta nämlich wirklich ein Geheimnis birgt, wird schnell klar. Welches das allerdings genau ist, behält "Federherz" lange für sich, obwohl es zahlreiche Hinweise gegeben hat, bin ich nicht darauf gekommen. Was mich im Nachhinein amüsiert hat.

Mischa unsere Hauptprotagonistin ist toll, sie ist neugierig, aufgeschlossen und mit einer gesunden Portion Verstand ausgestattet. Sie hinterfragt und bleibt bis zum Schluss skeptisch, was ihre Schule betrifft.

Mischa ist eine treue Seele, für sie zählt ihr bester Freund Klaas zu dem wichtigsten Menschen neben ihrer Mama. Leider wird die Freundschaft aufgrund der zeitlichen und räumlichen Trennung, die der Schulwechsel mit sich bringt, auf eine Probe gestellt, da es zwischen den beiden immer mehr zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Hier finde ich das Klaas übertrieben reagiert und Mischa unnötig für etwas leiden lässt, das sie nicht beeinflussen kann. Auf der anderen Seite lernt Mischa ein paar der Hainpforta besser kennen und ich mochte ihre Mitschülerin Myrell sehr, sie ist putzig und liebenswert.

Im Bezug auf Basil triftet "Federherz" für meinen Geschmack stark ins Klischee ab. Ich mag Basil und auch das er sich anfangs geheimnisvoll distanziert gibt, ist in Ordnung für mich. Auch das Mischa in seiner Gegenwart Herzchen Augen bekommt, ist vollkommen in Ordnung. Ich denke "Federherz" richtet sich auch mehr an jüngere Leserinnen. Allerdings entwickelt sich die Annäherung der beiden irgendwann zu rasant und verlor an Glaubwürdigkeit. Ein bisschen mehr Zeit hätten Mischa und Basil im Bezug auf meine Lesefreude gut getan.

Auch weiß ich noch nicht recht, was ich vom Fantasyanteil halten soll, im ersten Moment ungewöhnlich. Dieser Punkt soll aber nicht in meine direkte Bewertung ein, da es mit "Federwelt" den Abschluss dieser Dilogie hinterher geben wird.

Fazit

"Federherz" hat einen interessanten, neuen Fantasy Anteil, mit dem ich allerdings noch warm werden muss. Ebenso wie mit der Beziehung von Basil und Mischa, deren Anfang nicht ungewöhnlich beginnt, dann aber viel zu schnell voranschreitet. Das ging mir zu schnell und hat dazu beigetragen, dass ich an allem interessiert gewesen bin, an Mischa alleine, der Unterricht, das Geheimnis der Schule, aber nicht an ihrer kleinen Liebesgeschichte. 4 Sterne.


Die Federwelt Dilogie im Überblick
"Federherz" - Band 1 - Rezension
"Federwelt"  - Band 2 - Rezension folgt _____________________________________________________
© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de 

Freitag, 13. Januar 2017

~Rezension~ "Elenas Rabe" von A. L. Kahnau

© Cover- und Zitatrechte: Selfpublisher A.L. Kahnau


Inhalt

"Drei Dinge sind es, die Elena seit frühesten Kindertagen von ihren Eltern eingeprägt bekommt:

Tugend, Fleiß und vor allem Hilfsbereitschaft.

Doch dann trifft sie auf den skurrilen Corvid, der ihr offenbart, dass nichts so ist, wie es scheint und ihr eine Welt voller fantastischer Wesen vorstellt.

Elena gerät in einen Strudel aus Abenteuern, Mythen und Ungeheuerlichkeiten und der einzige Weg zurück führt durch den Goldenen Bogen, der erst dann erscheint, wenn sie es schafft, einen Krieg zu gewinnen, der nicht ihr eigener ist." - Quelle Klappentext




Der zufällige Satz...

 
 

Ihn sperrt sie aus. Mich sperrt sie ein. Aber das erste Mal in meinem Leben spüre ich den Drang, mich ihr zu widersetzen.“ - Elena

 
Seite 43



Zwischen den Seiten

"Elenas Rabe" ist das neue Buch der Autorin A.L. Kahnau und nimmt sich dem Märchen von Frau Holle - der Goldmarie und der Pechmarie an. Dabei landet die Protagonistin Elena plötzlich von unserer bekannten Welt durch einen Brunnen
Startseite von A.L. Kahnau
in der Anderswelt. In dieser Welt herrschen Magie und Zauber und alles kann ein klein weni gefährlich werden, von einem normalen Spaziergang bis zu einem Bad im See.


Aus der Anderswelt gelangt Elena nur nach Hause, wenn sie die verschwundene Frau Holle gefunden hat und sich ihr der magische Torbogen öffnet. Es reicht nicht nur aus, dass Elena in einen Kampf hineingezogen wird, der nicht eigener ist, sondern sie muss nun zu sich selbst finden und ihr Innerstes nach außen kehren. 

Dabei hat sie zu Hause schon genug Ärger, denn allmählich lehnt sie sich gegen die erzogenen Tugenden ihrer Eltern, wie bedingungslose Aufopferung und Hilfsbereitschaft auf, da sie damit oft in Schwierigkeiten gerät.

Corvid ist der einzige der ihr in der Anderswelt zur Seite steht und für sie da ist, auch wenn er manchmal merkwürdige Eigenschaften hat und es auch nicht so genau mit dem Schutz nimmt. Trotzdem beginnt Elena ihn mehr und mehr zu mögen, aber was ist wenn sie wieder nach Hause kommt?

Lesespaß

Mich hat "Elenas Rabe" mitgezogen, mir hat besonders die Zerrissenheit von Elena gefallen. Denn die Erwartungen ihrer Eltern decken sich nicht immer mit ihren eigenen Vorstellungen und das setzt sie unter Druck. Gerade im Umgang mit ihren Freunden fällt auf, dass sie Elena nicht ernst nehmen und sie ausnutzen. Elena ist nicht blind und erkennt das, aber es fällt ihr schwer, aus ihrer Erziehung auszubrechen.

In dem Sinne sind die Herausforderungen der Anderswelt gut für ihre persönliche Entwicklung. Elena lernt intuitiv, zu handeln und nicht alles mit dem Kopf zu zerdenken. Corvid der Junge aus der Anderswelt, der bereits in Elenas Welt ihr Interesse geweckt hilft ihr dabei.

Elena möchte nur nach Hause kommen und Corvid möchte, dass sie zuvor noch Frau Holle findet, damit wieder Frieden in der Anderswelt herrscht. Corvid, der gerne in Bäumen lebt und sich mit ihnen am liebsten (stumm) unterhält, ist anfänglich Elenas Beschützer. Verständlich, die Anderswelt birgt viele Gefahren, die Elena nicht kennt. Leider setzt Corvid am Anfang vieles als selbstverständlich voraus und wirkt belehrend, sobald er Elena retten muss. Das hat mir an ihm nicht gefallen, denn mit manchen Informationen vorab und mit mehr Feingefühl, hätten manche Begegnungen zwischen der Anderswelt und Elena gar nicht erst entstehen müssen. Bis auf diese kleine Corvid Schwäche ist er mir sympathisch und ich mag wie er und Elena einander näherkommen.

Elena steckt tiefer in dem Gut gegen Böse Konflikt der Anderswelt drin, als zunächst angenommen und am Ende schließt sich der Kreis auch zu den Auseinandersetzungen zu Hause.

Fazit

"Elenas Rabe" ist eine Märchen Variante, die neben eigenen Ideen, Elemente von Frau Holle aufgreift und daraus etwas Neues schafft. Elena ist zu einem höflichen jungen Mädchen erzogen worden, das lieber nur geben, statt verlangen soll. Aber nicht immer vereint sich das mit ihren eigenen Gedanken und Gefühlen. Die Anderswelt ist spannend und mystisch. Zwischen dem Gut und Böse Konflikt dieser Welt und den Problemen von Elena lassen sich Parallelen ziehen, die am Ende ein rundes Bild ergeben. 5 Sterne.


Danke liebe Lena für dieses Weihnachtsgeschenk. :)
_____________________________________________________
© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Mittwoch, 11. Januar 2017

~ Rezension ~ "Aschenkindel - Das wahre Märchen" von Halo Summer


© Cover- und Zitatrechte: HarperCollins


Inhalt

"Der Selfpublishing-Erfolg: Wenn Märchen wahr werden
Jedes Mädchen wäre dankbar, auf den Ball des Kronprinzen gehen zu dürfen. Schließlich will er sich dort eine Braut aussuchen. Doch Claerie Farnflee ist nicht wie andere Mädchen. Lieber bewohnt sie ein muffiges Turmzimmer, schuftet wie eine Dienstmagd und erträgt die Launen ihrer Stiefmutter, als sich an einen dahergelaufenen Prinzen zu ketten. So denkt sie – bis zu dem Tag, an dem sie im Verbotenen Wald einen Fremden trifft, der ihre Vorsätze ins Wanken bringt …
Eine Geschichte, die verzaubert: Der Gewinner des Kindle Storyteller-Awards 2016" Quelle - Klappentext




Der erste Satz...

 
 

Ich bin nicht lieb. Vielleicht hätte ich bescheidener und demütiger auftreten müssen, damit mir das Schicksal eine Fee zuteilt, die sich als Segen für mein ärmliches Leben erweist, aber nein, ich muss diese Niete ziehen.“ - Claerie

 
Seite 5



Zwischen den Seiten

"Aschenkindel - Das wahre Märchen" ist eine andere Variante vom Aschenputtel Märchen. Es gibt einen Ball, um die zukünftige Frau des Prinzen zu finden oder
Startseite vom HarperCollins
die gute Fee, die alles daran setzt, ihren Schützling zur künftigen Königin des kleinen Reiches zu machen.


Claeries Heimat, Amberling, droht ein Krieg und die Gefahr vom großen Kinyptischen Kaiserreich geschluckt zu werden. An den heiratswilligen, verwöhnten Prinzen ist Claerie überhaupt nicht interessiert und bringt mit ihrem Dickschädel ihre gute Fee zur Verzweiflung. Die übrigens auch nicht viel mit der begabten Fee aus dem Märchen gemeinsam hat, nein, Claeries Fee gehört zu den schlechtesten Absolventinnen der Feenschule.

Missgeschicke und Turbulenzen sind da vorprogrammiert. Als Claerie dann noch im Verbotenen Wald einem Fremden begegnet, der ihr Herz höher schlagen lässt, weicht sie komplett vom gewohnten Cinderella Weg ab.

Heraus kommt ein eigensinniges, interessantes und überraschendes "Aschenkindel - Das wahre Märchen".

Lesespaß

Claerie die Ich-Erzählerin und das Aschenkindel zeigt sich besonders mutig und selbstbewusst, auch wenn sie wie gewohnt in dieser Version, das Dienstmädchen ihrer Stiefmutter und der Schwestern ist, hatte ich nicht das Gefühl ist, dass sie sich kleinmachen lässt. Sie hat alles im Griff und genießt ihr Leben gelegentlich mit einem frechen Spruch gegenüber der Familie oder der guten Fee.

Es ist nicht das Typische, Aschenputtel trifft Prinzen, verliebt sich Hals über Kopf in ihn und heiratet umgehend, sobald sie den Glas Pantoffel angesteckt bekommt. "Aschenkindel - Das wahre Märchen" setzt auf eine komplexere Handlung. Die Familienverhältnisse von Claerie bestehen nicht nur aus Schwarz und Weiß, wie es im Märchen von den Gebrüdern Grimm der Fall ist, es gibt Szenen, in denen ich Mitgefühl mit Schwestern und Stiefmutter hatte. Auch die Geschichte von Claeries Vater birgt Geheimnisse. Das Claerie einen richtigen Lebenslauf mit Höhen und Tiefen von Halo Summer bekommt, lässt sie nahbar werden. Auch das Claerie gerne für Wirbel sorgt, ist einfach mal was ganz anderes. Sie gefällt mir so, ganz gut.

Die Liebesgeschichte, die es hier gibt, hat mir anfänglich gut gefallen, weil sie sich langsam entwickelt. Am Ende stolpert die Handlung über den Krieg und wirklich tiefe, mich ergreifende Emotionen, die bei mir nicht ankamen. Mir hat im wahrsten Sinne das Feuer der Leidenschaft gefehlt und das muss ja nicht gleich in einer erotischen Bettszene enden, sondern kann auch ganz anders erreicht werden. Mehr Zweisamkeit zum Beispiel, schließlich hat der Krieg lange gedauert.

Fazit

"Aschenkindel - Das wahre Märchen" orientiert sich an das bekannte Märchen von Aschenputtel, allerdings entwickelt Autorin Halo Summer eine ganz eigene Version des beliebten Märchens. Sie legt mehr Wert auf eine Handlung drumherum, der Ball oder der Prinz sind definitiv nicht die Mittelpunkte im Leben von Aschenkindel Claerie. Sie ist mutig, selbstbewusst und lässt sich auch von der Stiefverwandschaft nicht aus der Ruhe bringen. Claerie liebt es, ihre gute Fee aus der Fassung zu bringen. Die Liebe erhält Zeit sich zu entwickeln, was mir gut gefallen hat, da es realistischer ist, als ein Abend des Kennenlernens und sofortiger ewigen Liebe. Nur der Funke der leidenschaftlichen Gefühle hat bei mir kein großes Feuer entfacht. 4 Sterne.


Danke an HarperCollins für das Rezensionsexemplar
_____________________________________________________
© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de