Dienstag, 20. September 2016

Rezension zu "Scherbenmädchen von Liz Coley

© Cover- und Zitatrechte: One Verlag (Bastei Lübbe)
 

Inhalt


Angie ist dreizehn Jahre alt, als sie entführt wird. Erst drei Jahre später taucht sie wieder auf. Doch sie kann sich an nichts erinnern. Auch nicht daran, woher die Narben an ihren Fußgelenken stammen. Kleine Frau, Pfadfinderin und Engel könnten ihr helfen, die Vergangenheit Stück für Stück wieder zusammenzusetzen. Denn jede von ihnen trägt einen kleinen Teil von Angies dunklem Geheimnis in sich. Doch sie wissen, dass Angie das gesamte Ausmaß des Erlebten nicht ertragen kann. Sie würde zerbrechen ..." - Quelle Klappentext






Der zufällige Satz

 
 

Sie konnte ihr Leben nicht einfach so fortführen. Ihr Leben passte ihr nicht mehr.
 
Seite 39



 
"Scherbenmädchen" habe ich gemeinsam mit der lieben Kristina vom Tintenmeer gelesen. Kristina war etwas schneller beim Lesen und mich gut runtergeholt, als mir Angies Geschichte drohte über den Kopf zu wachsen.

Zwischen den Seiten


Entführung, Missbrauch, Familie sind die Kernthemen von "Scherbenmädchen"
Startseite vom Bastei Lübbe
und damit ist dieses Buch, kein einfaches, es wird zum Großteil von einer beklemmenden Stimmung getragen.


Die beginnt schon im Prolog: Angie ist mit ihren Freundinnen im Pfadfinder Zeltlager, als sie an einem frühen Morgen im Wald auf ihren Entführer trifft. Er hat ihr aufgelauert und abgepasst, bis er sie alleine antrifft. Von einer zweiten Erzählstimme, welche Angies innere Stimme darstellt, wird dem Leser erzählt, wie geschockt Angie ist, ihr Körper bereitet einen Selbstschutz vor und dann endet der Prolog.


Im ersten Kapitel steht Angie vor ihrem Elternhaus, hat keine Ahnung warum sie zu Fuß ist und von wo sie her gekommen ist. Als sie nach ihren Eltern ruft, reagieren diese, als hätten sie einen Geist vor sich, denn sie hätten nicht mehr damit gerechnet, ihre Tochter wieder zu bekommen, um so größer die Freude.
Angie versteht die ganze Aufregung, die nun um sie herum herrscht, gar nicht, denn für sie sind nur ein paar Tage vergangen. Erst nach und nach begreift sie, dass sie keine 13 Jahre alt ist und das bereits drei Jahre vergangen sind. 3 Jahre, an denen sie sich nicht erinnern kann, was die anschließende Befragung durch den ermittelnden Detective und den Untersuchungen im Krankenhaus erschwert. Recht schnell wird klar, dass Angies während der letzten Jahre mehrfach körperlich und seelisch misshandelt wurde und das sich ihre Seele zurückgezogen hat, um an das Erlebte nicht vollkommen zu zerbrechen, darum auch die Erinnerungslücken.

Während der psychologischen Therapie Stunden bei Frau Dr. Grant brechen nach und nach Fragmente dieser vergangenen 3 Jahre an die Oberfläche und ergreifen von Angie Besitz, um ihre Geschichte zu vervollständigen. Jedes dieser Fragmente hat eine eigene Persönlichkeit und Erzählstimme von kindlich, bis mutig. Diese bestimmen die Handlung entscheidend mit und manchmal stehen sie Angie im Wege, ein halbwegs normales Leben zu führen. Vor allem als sie ein lang zurückliegendes Geheimnis ans Licht bringen, bleibt die Frage wie viel kann ein Mensch ertragen?


Lesespaß

Die erste Hälfte des Buches wird personal, distanziert erzählt und das ist ganz gut, Angie als Ich-Erzählerin hätte ich nur schwer ertragen. Ihr Martyrium in der Hütte wird nicht detailliert beschrieben, allerdings reicht das Wenige schon aus, Grauen und Ekel gegenüber dem Entführer zu empfinden.


Mich hat Angies Schicksal sehr mitgenommen, ich war schockiert, mehrfach den Tränen nahe und zwischendrin auch so verdammt wütend. Als wäre die Entführung und der dort entstandene Missbrauch nicht schon schrecklich genug, bringen die Therapie Sitzungen weitere grauenvolle Details aus Angies Leben ans Licht.
Warum musste Angie so viel durchmachen? Kein Wunder, dass ihre Seele sich in mehrere Stücke zersplittert hat, um das Kernmädchen zu schützen.

Als sich Angie dieser Erlebnisse bewusst wird und sie in ihrem hier und jetzt Schutz und Wahrheit nutzt, wird sie von der eigenen Familie niedergerungen und man mag ihr nicht glauben. Unfassbar, als würde sie sich das ausgedacht haben und eine Lüge nötig haben.

Was hätte sie davon? Andererseits verstehe ich, dass für ihre Eltern auch die heile Welt vor der Entführung in Trümmern liegt, mit dieser Erkenntnis, denn sie müssen nun mit dem Gedanken leben, dass sie das Leid ihrer Tochter einfach nicht mitbekommen haben.

Wie letzten Endes diese Wendung aufgelöst hat, hat mir ganz und gar nicht gefallen, leider bin ich da wütend geworden. Fast scheint es so, als würde es im gesamten Buch an Gerechtigkeit fehlen, denn jeder "Konflikt" wird am Ende zu schnell, zu einfach gelöst, oft zugunsten anderer.


Dabei gab es nur die Lösung vom letzten Punkt gegen Ende des Buches, mit der ich mitgehen konnte, denn manchmal scheint es wohl besser, dass manche Wahrheiten geheim gehalten werden, weil sie auch noch Jahre später die Macht hätten, Leben zu zerstören. Für Angies Weitsichtigkeit und ihre Kraft, die sie diese Entscheidung, gekostet haben muss, bewundere ich sie.


Angie ist ein starker Charakter, sie besitzt oft noch die Kraft andere zu stützen und sie macht sich viele Gedanken darum, wie viel ihre Eltern aushalten können. Keine Ahnung wie realistisch, dass in Bezug auf Angies traumatischen Erlebnissen ist und ich möchte/kann mir darüber kein Urteil erlauben.


Fazit


"Scherbenmädchen" greift Themen wie Entführung, Missbrauch und Familie auf und ist schon alleine deshalb, nichts für schwache Nerven. Mich hat Angies Schicksal komplett mitgenommen. Ich war den Tränen oft sehr nahe und war froh, dass "Scherbenmädchen" im entscheidenden Teil des Buches nicht aus der Ich-Perspektive erzählt wurde.

Denn der distanzierte Schreibstil hat dennoch Angies Martyrium einnehmend gezeichnet. Nicht mit allen Wendungen und dargebotenen Lösungen bin ich zufrieden gewesen, wütend bin ich geworden, weil sie für mich sogar ungerecht waren.

Es fällt mir schwer eine Wertung in Form von Sternen abzugeben, was weiß ich, welche Verhaltensweisen von Angie angemessen sind oder eben nicht? Deshalb beziehe ich mich nur auf meine Kritik hinsichtlich der Auflösungen, die ich nicht gerecht fand oder die Tatsache das ich Probleme damit hatte, dass Angies Familie ihr nicht auf Anhieb glaubte, als sie ein weiteres Verbrechen ansprach und gebe für das sensible "Scherbenmädchen" 4 Sterne.





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Dienstag, 13. September 2016

Rezension zu "Glück ist wenn man trotzdem liebt" von Petra Hülsmann

© Cover- und Zitatrechte: Bastei Lübbe

Inhalt

"Es gibt Dinge, die Isabelle absolut heilig sind: ihre Daily Soap. Ihre Arbeit in einem schönen Blumenladen. Und das tägliche Mittagessen im Restaurant gegenüber. Überraschungen in ihrem geregelten Leben kann sie gar nicht leiden. Doch dann wird "ihr" Restaurant von dem ambitionierten Koch Jens übernommen - und der weigert sich nicht nur, ihr Lieblingsgericht zuzubereiten, sondern sorgt auch sonst für Chaos in Isabelles wohlgeordneter Welt. Während sie alles wieder in ruhige Bahnen zu lenken versucht, ahnt sie aber schon bald, dass es vielleicht gerade die Überraschungen sind, die ihr Leben reicher machen ..." - Quelle Klappentext



Der zufällige Satz

 
 


„Du kriegst es immer wieder hin, gleichzeitig komplett verkitscht und höchst pragmatisch zu denken. Das finde ich echt erstaunlich.“
 
- Jens Seite 160



Zwischen den Seiten

Glück zeigt sich in vielen Dingen, manchmal ist es nur ein Gefühl, der Sonnenschein oder der Regen, ein tolles Essen oder die Zeit, die wir mit anderen verbringen. Manchmal ist Glück offensichtlich, manchmal versteckt es sich und zeigt sich erst wesentlich später.

Isabelle ist 27 Jahre alt und auf der Suche nach ihrem Traummann. Sie wünscht sich eine ebenso tolle Beziehung, wie die sie ihre Eltern hatten, bevor ihr Vater starb. Wenn sie dem Mann fürs Leben begegnet, muss es Bäm machen und bislang hat es das nicht.
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Isabelle ist ein äußerst strukturierter Mensch mit Gewohnheiten, von denen sie nur ungern abweicht. Manchmal wirkt sie dadurch befremdlich auf ihre Mitmenschen und hätte sie nicht zwischendrin einen erfrischenden Humor und die Fähigkeit nicht auf dem Mund gefallen zu sein, ich hätte sie für ein Mauerblümchen gehalten. Was sie aber nun wirklich nicht ist, im Kreise ihrer Freunde und Familie zeigt sich, dass sie feiern und Spaß haben kann. Doch wenn etwas oder jemand ihre Routine empfindlich stört, kämpft Isabelle für ihre Sache.

Mit Jens und Isabelle prallen bereits während ihrer ersten Begegnung zwei Sturköpfe aneinander, die für viele sehr lustige Szenen sorgen und alles nur, weil sie beide in Sachen Essen auf ihrer Weise kompliziert sind.

Die eine, ist nicht spontan, möchte mit allen Mitteln an ihren Gewohnheiten festhalten und der andere, würde am liebsten, verhungern, als 0815 Essen zu kreieren und an den Gast zu bringen.

Für Isabelle steht fest, Jens sieht sie ganz sicher nicht wieder, doch dann mogelt sich Merle, Jens 16-jährige Schwester in ihr Leben und Isabelle beginnt Vertrauen zu Jens aufzubauen, mit dem sie nach und nach über alles reden kann. Sie beginnt seiner Hilfe neues zu entdecken und gefallen daran zu finden.

Doch eines Tages begegnet sie ihrem Traummann und ihr Leben entfernt sich immer mehr von Normalität.

Lesespaß

"Glück ist wenn man trotzdem liebt" ist ein stimmungsvoller Sonmerroman, der mit Charakteren daher kommt, die auf direktem Wege ins Leserherz marschieren. Isabelle hat mich mit ihren Macken anfänglich ein wenig an einen gewissen Sheldon Cooper (The Big Bang Theory) erinnert, doch sie ist überhaupt nicht ich bezogen, sie hat nur gerne feste Strukturen im Leben. Was sie mir besonders nahe gebracht hat, da es mir genauso geht.

Isabelle zeigt in bestimmten Dingen wie zum Beispiel der Liebe einen zum Teil leidenschaftlichen, verträumten Enthusiasmus und steht dabei ganz im Kontrast zu Jens, der die Liebe eher nüchtern betrachtet.

Auch Jens ist mir auf Anhieb sympathisch gewesen, es ist zum Schmunzeln, wie er mit Isabelles Macken umgeht, dass er sie nicht drängt und sie entdecken lässt. Bei ihm hatte ich vor Augen, dass er ein wissendes, hintergründiges Lächeln auf den Lippen hat. Seine Kochleidenschaft berührte mich mehr als Isabelles Blumenliebe, denn Jens weckt mit seinen Kreationen Appetit auf mehr.

Auch die anderen Charaktere wie Merle, der kleine durchtriebene Frechdachs oder Knut, der große Bär mit Hamburger Zunge und goldenen Herzen sind absolut lesenswert. Der Schreibstil ist flüssig und Isabelles Erzählstimme sehr lebendig.

Ich habe mich zu jeder Zeit wohl in Hamburg gefühlt, habe besonders die lauen Sommerabende auf Jens Balkon genossen, andächtig den Gesprächen gelauscht, laut gelacht sobald Isabelle ihre "So geht das ja mal gar nicht Minuten" hatte, mir quoll das Herz über vor Zuneigung, als Knut den Mund aufmachte. War romantisch entzückt, als die Liebe auftauchte und hin und her gerissen, zwischen den Kandidaten.

"Glück ist wenn man trotzdem liebt" strahlt so viel Liebe und Wärme aus und hat mich am Ende ganz glücklich zurückgelassen.

Fazit

Isabelle ist eine junge Floristin, die romantisch verklärt von der großen Liebe träumt und einen strukturierten Tagesablauf bevorzugt. Doch darum schert sich der begabte, Koch und Restaurant Inhaber Jens nicht sonderlich, als Isabelle mittags in seinem Laden steht und eine unspektakuläre, einfache Nudelsuppe essen möchte. Die beiden geraten von da an, öfters in für den Leser sehr unterhaltsamen Diskussionen, aneinander und schaffen sich so eine Vertrauensbasis. Die Autorin Petra Hülsmann erschafft hier mit den Haupt- und Nebencharakteren, Figuren, die direkt die Leserherzen erobern werden. Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen stehen sie Isabelle bei. Der Schreibstil liest sich flüssig und das Buch lässt sich sicherlich in einem Zug weg lesen, doch mit diesem Buch verhält es sich wie mit gutem Essen, wer langsam liest, kann länger genießen und verweilen. 5 Sterne




Ebenfalls rezensiert von

Anna von Annas Bücherstappel
Meiky von magnifecent meiky


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Sonntag, 11. September 2016

Monatsstatistik August


Ab heute starte ich mit einem neuen Monatsstatistik Logo, wie immer wird/wurde meine Kumo von Alica (Crashies Wonderland) entworfen. Sieht sie nicht toll aus? Gemein ist es schon, dass auch auf ihrem Diagramm meine neuen Bücher meine gelesenen übersteigen. :) Was gibt es sonst Neues? Im August bin ich viel auf anderen Blogs umhergereist, habe mir viele ganz wunderbare Beiträge durchgelesen und ich bin im Kino gewesen und habe mir "Pets" angeschaut. Der Film ist richtig gut gewesen, alle Gags haben bei mir gezündet und ich fand die charakteristischen Macken unserer Haustiere, haben sie total eingefangen.


Sunshine Girl - Die Heimsuchung von Paige McKenzie mit Alyssa Sheinmel eine gruselige Geistergeschichte, die mich bestens unterhalten konnte.

Book of Lies von Teri Terry ist mein erstes Buch der Autorin und nach dem ich begeisterte Rezensionen gelesen habe, musste die unheimliche Geschichte über die Zwillinge Quinn und Piper bei mir einziehen.

Glimmernächte von Beatrix Gurian ist ein absolutes Cover Eyecatcher, es erinnert mich zu sehr an Cinderella und aus diesem Grund, wollte ich es haben. :)

Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums von Sarvenaz Tash spricht den kleinen Manga und Convention Nerd in mir an und da war klar, dieses Buch werde ich lesen.

Eins von Sarah Crossan ist ein Geheimtipp meiner ♥-Bücherhändlerin "Zwei Leben. Zwei Schwestern. Eine Entscheidung." Es ist ungewöhnlich, ich bin neugierig und mehr verrate ich nicht.

Mord ist nichts für junge Damen von Robin Stevens ich liebe Kriminalgeschichten, die ein Hauch von alter englischer, vornehmer Klasse im Stil von Miss Marple haben. Jedenfalls ist es das, was ich nach Damaris "Auf die Wunschliste! - Neuerscheinungen im August 2016", erwartet habe und weshalb ich das Buch kaufen wollte.

Im letzten Monat habe ich überraschend wenig Bücher gelesen:


Sunshine Girl - Die Heimsuchung von Paige McKenzie mit Alyssa Sheinmel ist auch zeitgleich mein August Highlight.

Ein Kuss in den Highlands von Emily Bold ist eine nette Geschichte für ein paar Lesestunden gewesen, hat mich jedoch verglichen mit anderen Romanen der Autorin nicht wirklich vom Hocker gerissen.

Wie ist euer August verlaufen?

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