Sonntag, 28. August 2016

Rezension zu "Die längste Nacht" von Isabel Abedi

© Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag

Inhalt

"Es sind nur ein paar Sätze in einem noch unveröffentlichten Manuskript, das Vita im Arbeitszimmer ihres Vaters findet – aber etwas an ihnen verzaubert und verstört die Siebzehnjährige gleichzeitig. Wenig später bricht sie mit ihren Freunden zu einer Fahrt quer durch Europa auf und stößt in Italien durch Zufall auf den Schauplatz des Manuskripts: Viagello, ein malerisches kleines Dorf. Der Ort strahlt für Vita eine merkwürdige Anziehungskraft aus, die noch stärker wird, als ihr der Seiltänzer Luca buchstäblich vor die Füße fällt. Auf den ersten Blick ist Luca für Vita etwas Besonderes, doch etwas an ihm und seiner Familie kann sie nicht fassen. Noch ahnt sie nicht, dass er sie auf eine Reise tief in ihre Erinnerungen führen wird, an deren Ende etwas steht, was einst in Viagello geschah – in jener längsten Nacht ..." - Quelle Klappentext



Der zufällige Satz...

 
 

Aber meine Cousine Alice sucht für ihren Hof auch immer mal wieder nach Hilfskräften.
 
  Luca - Seite 78




Zwischen den Seiten


Vitas Vater ist Verlagsverleger, allerdings teilt Vita die Leidenschaft zu Büchern nicht. Als sie ihn jedoch eines Nachts in seinem Arbeitszimmer aufsucht und von ihm unerwartet unwirsch aus dem Zimmer gebeten wird, bleibt ihr sein untypisches Verhalten im Gedächtnis. Am nächsten Morgen belauscht Vita ihren Vater während eines Telefonats und erfährt von einem neuen Manuskript, das ihren Vater in Aufregung versetzt. Es gelingt ihr sogar, heimlich einige Zeilen
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darin zu lesen. Was sie daraus erfährt, bestimmt den weiteren Verlauf indirekt. Gemeinsam mit ihren besten Freunden Trixie und Danilo plant Vita eine VW-Bulli Tour durch einige europäische Länder.


In Italien angekommen, erinnert sich Vita wieder an das Manuskript und an den Ort Viagello, den sie nun besuchen möchte, weil die Worte bereits etwas in ihr zum Klingen brachte, dass sie sich nicht erklären kann. In Viagello lernt sie Luca kennen und ab hier nimmt die Handlung an Spannung auf, denn das sommerliche Idyll des Ortes trügt, hält für Vita Geheimnisse bereit die eng mit ihr verbunden sind und ihr einen neuen Blickwinkel für ihre Eltern ermöglicht.

"Denn Sehnsucht - das lernte ich in jener Nacht - muss nicht schmerzhaft sein. Sie kann unendlich süß und verheißungsvoll sein, sie kann Fragen offenlassen und gleichzeitig alles möglich machen, was wir uns wünschen."
- Vita - Seite 81



Lesespaß


Spaß hatte ich absolut gehabt.Vita ist die Ich-Erzählerin und war mir auf Anhieb sympathisch. Sie hat ein schwieriges gefühlgehemmtes Verhältnis zu ihren Eltern. Äußerlich macht sie das unabhängig, mutig und tough. Trotzdem hat sie auch eine weiche liebevolle Seite, die gerade im Umgang mit ihren besten Freunden Trixie und Danilo deutlich werden. Viele Autoren glänzen mit wunderbaren Hauptfiguren, Isabel Abedi ebenfalls, aber schon in "Lucian" gab es die goldherzen-beste-Freunde, Danilo und Trixie, stehen dem in nichts nach. Budha-Danilo darf auch mein bester Freund werden.

"Die längste Nacht" hat mich total überrascht. Denn irgendwie bin ich aufgrund des Klappentextes, von Fantasy und nicht von einem realistischen Jugendroman ausgegangen. Die erste Begegnung von Luca und Vita trug ebenfalls dazu bei. "Die längste Nacht" ist ein Spannungsroman, da Vita in Italien auf längst vergessene Familiengeheimnisse stößt und sich sogar in Gefahr begibt. Ein kleines Thrill-Feeling ist bei mir definitiv aufgekommen. Die vielen kleinen Hinweise und Entdeckungen, denen Vita im Verlauf auf die Spur kommt, laden den Leser zum Enträtseln ein. Manche Geheimnisse lassen sich bereits im Vorfeld folgerichtig erahnen und bei anderen Spuren bin am Ende auf dem Holzweg gelandet.

Ich mochte die Stimmung zwischen Vita und Luca, wie sie einander kennengelernt haben, sehr süß. Als eines der Geheimnisse ans Licht kommt, reagiert Luca hart und gemein, aber wenn man sich die Umstände und die Zusammenhänge vor Augen führt, kann man seine Reaktion auch nachvollziehen. Nur, dass mir Vita in dem Moment sehr leidgetan hat. Doch Konflikte müssen nun mal sein, auf die Lösung kommt es an und die hat mich bei den beiden überzeugt, denn so ganz ohne einander können sie dann doch nicht.

Fazit


Die Stimmung und die Atmosphäre von "Die längste Nacht" ist fantastisch, es müssen keine 30 Grad sein, um die Hitze und Wärme Italiens während des Lesens zu fühlen. Ich liebe Bücher, die in Italien spielen und Isabel Abedi gelingt es das Lebensgefühl, die Landschaft, die Menschen und das köstliche italienische Essen so bildlich zu beschreiben, dass ich in meiner Lesezeit tatsächlich Urlaub mit Vita, Trixie und Danilo in Italien gemacht habe. Die Idee und die Richtung, in die "Die längste Nacht" geht, haben mich komplett überrascht, da ich etwas anderes erwartet habe. Es ist spannend und lädt durchaus zum Miträtseln ein. Ein toller buchischer Ausflug. 5 Sterne.




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Samstag, 27. August 2016

Rezension zu "Sunshine Girl - Die Heimsuchung" von Paige McKenzie mit Alyssa Sheinmel

© Cover- und Zitatrechte: bloomoon

Inhalt

"Kurz nach ihrem sechszehnten Geburtstag zieht Sunshine mit ihrer Mutter Kat vom sonnigen Texas ins verregnete Washington. Vom ersten Moment an spürt sie, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Türen schließen von selbst, kalter Wind zieht durch geschlossene Fenster, nachts hört Sunshine Lachen und Seufzen - doch niemand glaubt ihr. Einzig ihr Mitschüler Nolan, dessen Großvater ein berüchtigter Geisterjäger war, erklärt sie nicht für verrückt..." - Auszug Klappentext



Der zufällige Satz...

 
 

Sunshine hat keine Ahnung, dass ich sie beobachte
 
Seite 76 Zeile 1


















Zwischen den Seiten

"Sunshine Girl - Die Heimsuchung" ist obgleich des fröhlich klingenden Namen "Sunshine Girl" eine gruslige Spukhausgeschichte. Hier spielen die Autorinnen Paige McKenzie und Alyssa Sheinmel gekonnt, mit einigen physischen Elementen aus dem Gruselgenre: unheimliches Haus, Kinderlachen, Geräusche, Fußtrappeln und Wasser.
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Spätestens als Sunshine, den Geist des kleinen Mädchens, flehentlich schreien hört und das viele Wasser, hat mich das Buch gepackt und nicht mehr losgelassen. Während ich diese besondere Stelle las, war alles um mich herum still, dunkel, nur der Regeln prasselte gegen die Fensterscheiben - eine bessere Kulisse gibt es nicht. Sunshine ist hier die Ich-Erzählerin, gelegentlich spricht sie den Leser direkt an.


Sunshine ist 16 Jahre, tollpatschig und liebt Secondhandklamotten kaufen, sie selbst beschreibt sich im Vergleich zu anderen Teenagern, insbesondere mit ihrer besten Freundin Ashley, als sonderbar, weil sie einen ganz eigenen Klamottengeschmack hat, weil sie alte Dinge mag und ein sehr inniges Verhältnis zu ihrer Mutter Kat hat. Sunshine braucht nicht viele Freunde, um glücklich zu sein. Für mich war sie nicht sonderbar, wie sie es gerade am Anfang oft wiederholt.

Sunshine war mir auf Anhieb sympathisch, denn sie erweist sich als mutig und freundlich. Im Kunstunterricht, lernt sie Nolan kennen. Nolan scheint ebenfalls einen Hang für Secondhandklamotten zu haben, und als Sunshine ihm später anvertraut, dass sie sich sicher ist, dass es in ihrem Haus spukt, hält Nolan sie nicht für verrückt. Er erweist sich im Verlauf sogar als sehr nützlicher alles recherchierender Bücherwurm. Denn die Heimsuchung der Geister wird vor allem für Kat zunehmend eine Gefahr. Sie verändert sich immer mehr und Sunshine macht diese schwindene Nähe zu schaffen.

Neben Sunshine, gibt es allerdings einen zweiten Erzähler, einen geheimen Beobachter, der Sunshine nicht aus den Augen lässt und der nach und nach die Erkenntnis zu lässt, dass die Heimsuchung im Haus nicht zufällig stattfindet, sondern eng an Sunshines Person geknüpft ist.

Mir ist beim Lesen, allerdings aufgefallen, dass die vorkommenden Figuren und Szenen sehr übersichtlich begrenzt wurden, hat mich aber ehrlich nicht gestört.


Lesespaß

Schon das erste Kapitel von "Sunshine Girl - Die Heimsuchung", welches noch eine Szene im heißen Austin, Texas beschreibt, erzeugt einen kleinen Gänsehautmoment und anschließend in Ridgemont Washington wird diese Atmosphäre weiter verstärkt. Es ist der viele Regen, die Schilderungen von Sunshine, das sie regelrecht friert in ihrem Haus oder die Geräusche die ein ausführliches Bild erschaffen. Und mich emotional einfangen.

Auch die Freundschaft von Sunshine und Nolan wirft Fragen auf, weil Sunshine sich seltsam in Nolans Gegenwart fühlt, der Beobachter stachelt diese Fragen weiter an. Und überhaupt hüllt sich der Beobachter in Andeutungen und Geheimnissen. Nachdem Nolan und Sunshine bewusst wird, dass nur Sunshine die Geheimnisse lösen und die Geistergeschichten in ihrem Haus beenden kann, zieht sich die Handlung etwas, da die beiden lange auf sich allein gestellt sind und ihre Antworten alleine finden müssen.

Doch eines sollte hier klar sein, wer schon einiges an Gespensterfilme oder Serienerfahrung wie zum Beispiel "Ghost Whisperer" gesammelt hat, den wird "Sunshine Girl Die Heimsuchung" nun nicht groß überraschen.

"Mom hat mich zwar nur aufgezogen, als sie mich gefragt hat, ob ich mich sicher fühle, wenn sie mich in einem Spukhaus allein lässt, aber jetzt weiß ich: Wenn man in eins eingezogen ist, ist man nie wieder ganz allein."
- Sunshine - Seite 34


Ich mag solche unheimlichen Geschichten um alte Häuser, ruhelose Seelen oder tragische Familiengeschichten. Gewaltexzesse, dagegen mag ich gar nicht und das bietet dieser Roman zum Glück überhaupt nicht, weshalb er weiterhin für Jugendliche geeignet bleibt.

Der Schreibstil ist bildlich und ist für mich so flüssig spannend gewesen, das ich, das Buch innerhalb weniger Tage beendet hat. Wäre da nicht ein fieser Schluss, welcher das Warten auf Teil 2 unerträglich macht.

Fazit

Ein Umzug von einem Sonnenstaat in einem Regenstaat, ein unheimliches Haus, das ganz bestimmt Stimmen und weitere seltsame Geräusche wie das Lachen eines Mädchen und ganz viel Wasser, das ist, um es mit Kats Worten zu sagen "gruseltastisch" und genau das macht für mich den Reiz von "Sunshine Girl - Die Heimsuchung". Die Geschichte wird spannend und bildlich erzählt, so das mich kleinere Längen nicht weiter gestört, zu sehr wollte ich mit den sympathischen Protagonisten Sunshine und Nolan die Geheimnisse um die Geister und Sunshine lösen. Band 2 erwarte ich mit Spannung. 5 Sterne.




Die Sunshine Reihe im Überblick

Sunshine Girl - Die Heimsuchung Band 1: Meine Rezension
Sunshine Girl - The Awaking Band 2 bisher nur auf Englisch erschienen 04/2016

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Mittwoch, 24. August 2016

Rezension zu "Blut wie die Liebe zu dir" von A. L. Kahnau

© Cover- und Zitatrechte: A.L. Kahnau

Inhalt

"Luisa liebt Justus. Das ist Fakt.
Fakt ist aber auch, dass diese Liebe niemals sein darf. Deshalb setzt sie alles daran, ihre Gefühle zu verstecken und ihm aus dem Weg zu gehen. Doch wie geht man jemandem aus dem Weg, der im selben Haus lebt? Und was passiert mit einem Menschen, der seine Gefühle und innersten Wünsche missachtet?
Luisa ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Justus und dem, was moralisch richtig wäre." - Quelle Klappentext




Der erste Satz...

 
 

Die sanfte Berührung seiner Finger auf meiner Haust lässt mich erschaudern.
 
Luisa Seite 5









Zwischen den Seiten

Eine Liebe, die nicht sein darf, Gefühle die aus der Bahn kippen, aber auch Familie und Freundschaft spielen eine wichtige Rolle.

"Blut wie die Liebe zu dir" ist der Abschlussband von Anna Lena Kahnau's Debüt
Startseite von A.L. Kahnau
"Blut wie die Liebe".


In diesem Band wird mehr auf Emotionen und Dramatik gesetzt. Durch die wechselnden Justus- und Louisas-Perspektiven wird klar, wie sehr die beiden aneinanderhängen und darunter leiden, sich nicht nahe sein zu können. Diese Thematik nimmt einen großen Teil in der Handlung ein. Aber auch Luisas Freundschaft zu Yasin, welche durch Luisas egoistisches Verhalten auf die Probe gestellt wird. Die gemeinsame Sorge um Opa Fritz Gesundheitszustand, sorgt zusätzlich dafür, dass Luisa und Justus nicht voneinander loskommen.

Luisa geht mit der komplizierten Beziehung zu Justus um, wie ich es erwartet hatte, sie leidet gerade in der Schule und sie wird eifersüchtig, sobald er mit einem anderen Mädchen zusammen ist. Genau dieses Justus Verhalten hat mich etwas gestört, da ich ja eigentlich sein Innenleben kenne, fand ich es schade, dass er Liebe und Sex voneinander trennen konnte und das so einfach nimmt.
In "Blut wie die Liebe zu dir" stehen dieses Mal Luisas Familienverhältnisse im Mittelpunkt und hier schlägt der Blitz ein, im Hinblick auf das Ende, war mir schon klar, dass da noch eine Wendung kommt, die zu einem runden Abschluss führen soll. Allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass Luisa einen Schicksalsschlag dieser Art erlebt und dass die angesprochene Wendung in wenigen Seiten erledigt ist.

Schade, dass diese Erklärung in Form einer neuen Figur erst so spät in die Handlung eingreift. Vielleicht hätte man etwas von Luisas und Justus Liebesleid kürzen können, um mehr Gewicht auf die neue Figur legen können. Spannend ist sie allemal und wirft neue Fragen auf.

Für jemanden wie Luisa, die im Grunde eher zurückhaltend skeptisch ist, was auf ihrem angespannten Verhältnis zu ihrer Mutter zurück zu führen ist, lässt sie sich zu schnell vertrauensvoll auf diese Person ein.

Das dieser neue wichtige Charakter eingeführt wird, war nur logisch da "Blut wie die Liebe zu dir" ein Jugendbuch ist und ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Autorin nicht doch noch eine zufriedenstellende Lösung für ihre Lieblinge findet.

Diese Wendung kommt doch recht spät ins Spiel. Vielleicht hätte Luisas Schicksalsschlag früher eintreten, sollen, dann wäre mehr Zeit für Simon gewesen und mehr Fragen wären beantwortet worden.

Lesespaß

Ich bin gut in den zweiten Teil rein gekommen, auch ohne eine Zusammenfassung des ersten Bandes wusste ich, dass Justus und Luisa eine Liebe führen, die sie nicht haben dürfen. Beide leiden sie darunter und das ist spürbar. Die wechselnden Perspektiven zwischen Luisa und Justus helfen dabei.

Der Schreibstil war flüssig und lies sich einfach lesen. "Blut wie die Liebe zu dir" ist ein Jugendbuch, weshalb ich mir sicher gewesen bin, dass mich das Ende zufrieden stellen wird.

Fazit

"Blut wie die Liebe zu dir" ist ein guter Abschlussband mit sehr jugendlichen Protagonisten, deren Verhalten ich zwar nicht immer gut hieß, aber zu ihnen gepasst hatte. Hier stehen Emotionen in der Familie oder in der Liebe im Vordergrund. Ich hätte mir gewünscht, dass eine neue Figur, welche entscheidend für die Handlung ist, bereits etwas früher eingeführt worden wäre, nur um ihr mehr Raum zu geben. 4 Sterne.

Die Blut wie die Liebe Dilogie in Überblick

Blut wie die Liebe 1: Meine Rezension
Blut wie die Liebe zu dir 2:

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