Montag, 30. Januar 2017

~Rezension~ "Federwelt" von Elisabeth Denis

© Cover- und Zitatrechte: Oetinger 34

Inhalt

"Die Erkenntnis sickert in mein Bewusstsein: Sie haben ihn ermordet. Meinetwegen.

Weite Wiesen. Grüne Hügel. Das Rauschen in den Bäumen riecht nach Zimt.
Es ist anders, als alles was ich kenne.
Jedes Mal, wenn ich unsere Hütte verlasse, folgen mir alle Blicke.
Weil ich etwas Besonderes bin, sagen sie. Ein Symbol für die Rebellion.
Ich könnte alles verändern. Doch ich will nur fliehen.

Federwelt ist die Fortsetzung von Federherz, der märchenhaft-fantastischen Geschichte um das geheimnisvolle Internat Hainpforta.

Das dramatische Finale von Federherz." - Quelle Klappentext




Der erste Satz...

 
 

Es ist kurz nach elf. In ein paar Minuten werde ich abgeholt, hoffentlich von Basil, und ach Hainpforta gebracht, um von dort eine unglaubliche Reise anzutreten.“ - Mischa

 
Seite 7



Diese Rezension ist der zweite Teil einer Dilogie, kann also Spoiler enthalten.

Zwischen den Seiten

Mischa reist eher widerwillig nach Hain, der Heimat ihres Vaters. Dass es nur für ein paar Tage ist, sie zu Weihnachten wieder zu Hause ist, beruhigt sie. Außerdem überwiegt die Freude, endlich ihren Vater wiederzusehen. Doch das Wiedersehen verläuft anders, als sich das Mischa ausgemalt hat. Denn Hain befundet sich aktuell in einer angespannten Lage. Die verschiedenen Völker allen voran das Volk der Aden und das der Lykoten begegnet einander voller Mistrauen. Anschuldigungen und
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Verdächtigungen werden hin und her geworfen und Misha als Kind zweier Welten steht in der Mitte und hasst es zum politischen Spielball gemacht zu werden. Mischa möchte nur eins, wieder nach Hause, denn es fällt ihr schwer, sich als Teil des Volkes, ihres Vaters zu betrachten.

Lesespaß

Mir hat der zweite Teil vom Handlungsverlauf weit mehr gefallen, als "Federherz", da hier wie es der Titel eigentlich schon verrät, die Welt von Hain im Mittelpunkt steht und nicht die Liebesgeschichte von Basil und Mischa.

Mischa tut sich lange schwer, sich an Hain und deren fantastischen Bewohner zu gewöhnen. Vor allem mit ihrem Vater ist es schwierig, da sie seine äußerlichen neuen Merkmale befremdlich empfindet. Das habe ich gut verstanden, denn mir war sein Volk auch im ersten Teil gewöhnungsbedürftig. Trotz anfänglicher Skepsis durchlebt Mischa in diesem Band einen großen Wandel, durch ihre besondere Rolle, der ihr in Hain zugedacht wird, lernt sie viele Bewohner kennen und baut eine Bindung zu ihnen auf, die zu einem Umdenken führen. Nicht alles, was in Band 1 als böswillig bezeichnet wurde, muss es auch am Schluss bleiben. Und vielleicht ist es am Ende doch nicht übel, zwei Welten in sich zu vereinen.

Die Charaktere in Hain haben mir besonders gefallen. Vor allem Jogl, ein Froschwesen mit der "chen" Aussprache (Kleidchen statt Kleid, Zimmerchen statt Zimmer). Jogl wirkt niedlich, hat es allerdings drauf, Mischa in ihre Schranken zu weisen.

"Federwelt" liest sich flüssig, spannend und einfühlsam an den passenden Stellen. Mischas Zweifel, Wünsche, Hoffnungen und ihre Entwicklung sind nachvollziehbar.

Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse und wirkten verworren auf mich, der Schluss hat mich offen zurückgelassen.

Fazit

"Federwelt" hat mir besser als der Vorgänger gefallen, weil die Welt Hain mehr Figuren, Abenteuer und weniger schmachtende Liebesschwüre bereithält. Mischa entwickelt sich gut weiter, ihre anfänglichen Zweifel, die ich teilen konnte, lassen sich mit den richtigen Argumenten klären. Hain hat einige interessante Bewohner, denen mein Herz sofort zu flog, andere zeigen, das manchmal der erste Eindruck täuschen kann und das es sich lohnt, nicht jeden in Schubladen zu stecken. Nur der Schluss entwickelt sich zu schnell, überrumpelt und lies mich jedenfalls mit offenen Fragen zurück. 4 Sterne.


Die Federwelt Dilogie im Überblick
"Federherz" - Band 1 - Rezension
"Federwelt"  - Band 2 - Rezension

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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de 

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