Montag, 9. Oktober 2017

~Buch Rezension~ "Beautiful Liars 1 - Verbotene Gefühle" von Katharine McGee

Cover- und Zitatrechte: Ravensburger Verlag

Inhalt

„JE HÖHER DU STEIGST, DESTO TIEFER WIRST DU FALLEN!

Manhattan, 2118: Im Penthouse des höchsten Wolkenkratzers der Welt feiern die Reichen und Schönen eine rauschende Party. Für fünf von ihnen wird nach dieser Nacht nichts mehr so sein wie zuvor. Die wunderschöne Avery, die intrigante Leda, die verführerische Eris, die verzweifelte Rylin, der ehrgeizige Watt - einer von ihnen wird den Abend nicht überleben.

Der süchtig machende Trilogie-Auftakt zu Katharine McGees "Beautiful Liars" entführt in ein gefährliches Netz aus Liebe und Lügen. Glamouröser als "Gossip Girl", herzzerreißender als "Pretty Little Liars"! Tauche ein in die luxuriöse Welt der New Yorker Elite der Zukunft!“ – Quelle Klappentext



Der zufällige Satz...

 
 

Er wusste nicht, ob sie gefallen oder gestoßen worden war oder ob sie – erdrückt von der Last unaussprechlicher Geheimnisse – beschlossen hatte, zu springen.

 
Seite 8



















Zwischen den Seiten

Der Tower, in New York, ist ein Gebäude mit 1000 Etagen, der Mittelpunkt von „Beautiful Liars – Verbotene Gefühle“, in ihm spielt sich der Großteil der Handlung ab. Er ist eine wie eine eigene Stadt in einem Gebäudekomplex mit Wohnflächen, Geschäften, Restaurants, Bars, Cafés, Hotels, und diverse andere Freizeitmöglichkeiten. Hätte ich nicht schon TV Dokumentationen über Wohnhäuser, die einer eigenen Stadt gleichen, gesehen, hätte ich so etwas für
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unmöglich gehalten.


Die Etage sagt etwas über Einkommen und sozialen Stand der Bewohner aus, je höher, desto weniger spielt Geld eine Rolle, Luxus dagegen gehört zur Grundausstattung. Die Welt im Jahr 2118 hat sich stark verändert, die Technologie hat immer mehr an Bedeutung gewonnen und das Leben mit Annehmlichkeiten vereinfacht. Autos, die man noch selbst steuern muss, gibt es längst nicht mehr, das geschieht nun alles vollautomatisch oder man nutzt gleich einen der vielen Lufttaxis. Die Apartments, die es sich leisten können, nutzen Raumcomputer, welche die Vitalfunktionen der Bewohner überwachen, Haushaltsroboter beaufsichtigen. Das Internet ist mehr zu einem visuellen Erlebnis geworden, jedenfalls für jene, die es sich leisten können.

Diese Zukunft fand ich interessant und manchmal wusste ich auch nicht, ist der Park in denen sich die Figuren aufhalten jetzt im Tower oder doch außerhalb. Die Grenzen waren mir nicht immer klar, da man einfach alles im Tower erleben und erledigen kann. Die Welt außerhalb bleibt blass und ich hatte das Gefühl nicht unbedingt auf der Erde oder in New York zu sein, sondern innerhalb einer Blase. Über die Entwicklung von unserem 2017 bis 2118 erfährt man recht wenig, einerseits schade, andererseits glaube ich nicht, dass es vorab zu Katastrophen und Zerwürfnissen gekommen ist, was ja auch mal ganz angenehm ist.

Die Handlung setzt sich aus fünf Perspektiven und Personen zusammen, die in unterschiedlichen Etagen wohnen und somit einer bestimmten Gesellschaft angehören.

Avery bewohnt mit ihrer Familie das Penthouse in der 1000. Etage. Für ihre Eltern gilt nur das feinste und beste, selbst bei ihrer Tochter. Für die sie keine Kosten gespart haben, um nur die allerbesten DNA Komponenten verwenden zu lassen. Das erklärt Averys Schönheit, sie ist perfekt und Everybodys Darling. Allerdings wirkt das bei ihr nicht aufgesetzt, sie ist wirklich freundlich und liebreizend. Dass ihr der Luxus um sie herum nicht wichtig ist, so lang sie nur ihre unerfüllte Liebe leben darf, kauf ich ihr ab. Bis auf wenige Situationen, in denen sie zickig reagiert, bleibt sie im Vergleich mit den anderen Figuren eher langweilig, wobei ihre Entwicklung am Ende für Band 2 stärker und interessanter zu werden verspricht, weil ich eine kämpferische, starke Avery vermute, die weniger Prinzessin ist.

Eris zu lebt anfangs ebenfalls in den 100 obersten Etagen. Sie ist eine der besten Freunde von Avery und lebt ebenfalls schon immer in den höchsten Etagen. Ihr liegt der luxuriöse Lebensstil im Blut. Sie ist schön, selbstbewusst und genießt ihr Leben in vollen Zügen, nimmt sich, was sie möchte, und geht damit ebenfalls ehrlich um, sodass ihre Art nicht unbedingt unsympathisch wirkt, weil sie keine Maske aufsetzt. Bis ein Fehltritt ihrer Mutter, ihr dieses Leben von einer Sekunde auf die nächste nimmt und sie in die Etage 103. ziehen muss. Eris befürchtet nach und nach ebenfalls einen gesellschaftlichen Abstieg. Eris bleibt bei allem trotzdem immer noch ein bisschen die Luxus-Eris und am Ende hat mir ihreEntwicklung am Meisten gefallen. Von allen reichen Kids ist mir Eris die Liebste.

Leda, ist die streitbarste Figur in „Beautiful Liars – Verbotene Gefühle“ und diejenige, an der der Vergleich zu TV Serien am besten aufgegangen ist. Sie hat die komplette Bandbreite meiner Gefühle bekommen. Anfängliche Sympathie, weil sie versucht, ihr Leben zu ändern. Ich habe ihr die nötige Kraft gewünscht. Mitleid hatte ich mit ihr, weil sie unglücklich in den Bruder ihrer besten Freundin verliebt ist. Ich wollte, dass sie ein Happy End bekommt. Außerdem wird Leda unfreiwillig zum Spielball unausgesprochener Gefühle und Geheimnisse und das hatte sie nicht verdient. Auf der anderen Seite strapaziert sie mit ihrer Kontrollsucht und ihren ich bin ein reiches Mädchen Allüren die Nerven. Als sie das Miststück herauslässt, hätte ich sie am liebsten kräftig geschüttelt.

Watt, steht für mich, für die Mittelschicht des Towers und für die geniale Weiterentwicklung der Technik. Ohne seine besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten wäre er unauffällig, so aber kann er sein Wissen zu seinem Vorteil nutzen. Durch einen lukrativen Auftrag kommt er mit der Welt der Reichen in Berührung und droht sein Herz zu verlieren.

Rilyn, wohnt im Tower ganz weit unten und ist quasi von Avery und ihrer Welt kilometerweit entfernt. Wenn man Watt noch zur Mittelschicht zählen könnte, so steht Rilyn für die Unterschicht. Seit dem Tod ihrer Mutter kümmert sich Rilyn um sich und ihre kleine Schwester. Nicht leicht, wo Geld knapp und die Schulden erdrückend sind. Sie ist eine Löwin, die zu viel an andere und zu selten mal an sich denkt. Rilyn erhält die Möglichkeit, als Reinigungskraft bei dem reichen Cord zu arbeiten. Ein Gewinn für sie, zumal auch Cord mit der Zeit immer interessanter wird, allerdings ist auch das mit Hindernissen verbunden.

Mit jedem von den fünf durchlebt man Höhepunkte und Tiefschläge, man lacht, leidet und liebt mit ihnen. Der Fokus ist schon stark auf die fünf Figuren gelegt, andere Figuren, wie Familienmitglieder wirken dagegen recht farblos, allerdings fand ich das auch nicht weiter schlimm. Noch mehr Figuren, Dramen und Wendungen und ich hätte den Überblick verloren.

Mich erinnert nicht nur die Umsetzung des ganzen Gefühl- und Liebeschaos stark an Serien. Vor allem anfangs gab es noch Kapitel, die hatten ein befriedigendes Ende und ich konnte das Buch auch mal beiseitelegen, um mich um andere Dinge zu kümmern. Doch dieser Zustand hält nicht lang, schnell laufen Avery, Eris, Leda, Watt und Rilyn zur Höchstform auf, entdecken Geheimnisse, die lebensverändernd sind oder erleben Erfolge in Herzensdinge und ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen. Oder war gedanklich immer daran gefesselt, begierig getrieben, zu wissen, wie es weitergeht.

Zwischenzeitlich ist mir sogar der Prolog total abhandengekommen, erst einige Kapitel vor dem Ende ist er mir wieder eingefallen. Ab da steigerte sich meine Spannung und das unbedingt weiterlesen müssen ins Unermessliche. Ich wollte und konnte den Prolog nicht akzeptieren und am Ende des Buches, als dann alles einen Sinn ergibt, wollte ich nicht akzeptieren, dass der zweite Band erst im Herbst 2018 erscheinen wird. So ein Buchfinale macht es aber auch nicht leicht.

Fazit

„Beautiful Liars – Verbotene Gefühle“ ist eine, zwischen Buchdeckeln gepackte Drama Serie. Sie bietet ausreichend Stoff an schönen Menschen, verschiedenen Leben, Liebe, Sehnsüchten, Gefühle, Lügen und Intrigen und eine neue kreative, fortschrittliche Welt. Der Handlungsort bleibt allerdings überwiegend an einem Ort, den Tower das höchste Gebäude New Yorks. Durch einen ständigen Perspektivwechsel lernt man die fünf Protagonisten kennen. Mir hat es sehr gut gefallen und zwischenzeitlich war immer ein Teil von meiner aktuellen Figur, bis sich hier irgendwann die wahren Seiten zeigen und ich ihr Handeln weiterhin toleriert oder ihnen am Liebsten ordentlich den Kopf gewaschen hätte. Aber das hat Seriencharakter und das macht die Spannung aus, wenn Geheimnisse oder falsche Interpretationen zu weitreichenden Missverständnissen führen. Selbst wenn ich eine Pause machen musste, war ich gedanklich immer im Jahr 2118 und im Tower. Auch ich als Leserin habe eine Sucht verpasst bekommen und muss nun noch eine Weile im Ungewissen aushalten, da Staffel 2, ähm Pardon ich meinte natürlich Band 2 im Herbst, 2018 erscheint. 5 Sterne.


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Ravensburger Verlag.
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© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

1 Kommentar:

  1. Hey Cindy,

    wow - das klingt echt gut. Ich hatte das Buch nicht so auf dem Schirm, weil das Cover so wirkte wie Armes Mädchen lernt reichen Typen kennen... bla bla, aber das Buch ist ja doch ganz anders - cool! Das muss auf die Wunschliste. :)

    Alles Liebe,
    Anna

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