Sonntag, 17. Dezember 2017

~Buch Rezension~ "Ginny Moon hat einen Plan" von Benjamin Ludwig

Cover- und Zitatrechte: HarperCollins Germany

Inhalt

„Ginny Moon ist vierzehn Jahre alt, liebt Michael Jackson -- und wenn sie nicht jeden Morgen neun Trauben frühstücken kann, droht der Tag in einer Misere zu versinken. Bei ihren dritten Pflegeeltern hat sie endlich ein Zuhause gefunden. Andere wären jetzt glücklich. Aber Ginny versteht die Welt nach ihrer eigenen Logik. Ob ihre leibliche Mutter nun gemeingefährlich ist oder nicht: Ginny muss sie finden. Dafür nimmt sie nicht nur Verfolgungsjagden mit der Polizei und die eigene Entführung in Kauf, sondern muss auch lernen, dass sich das Leben manchmal nicht in ungeraden Zahlen fassen lässt …“ – Quelle Klappentext


Der erste Satz...

 
 

Das elektronische Plastikbaby hört nicht auf zu weinen.“ - Ginny

 
Seite 7

















Zwischen den Seiten

Seit ein paar Jahren lebt Ginny bei ihren Adoptiveltern Maura und Brian, die sich bislang gut um Ginny gekümmert haben und sich auf Ihre Bedürfnisse eingelassen haben. Nun erwarten Maura und Brian allerdings ein Baby und sie wollen Ginny darauf vorbereiten, um zu sehen, wie Ginny mit einem Baby umgeht, haben sie ihr ein elektronisches Baby anvertraut und genau da beginnt „Ginny Moon hat einen Plan“.

Ginny bekommt das schreiende elektronische Baby einfach nicht beruhigt, umso

S lauter es schreit, umso mehr zeigt sich das Ginny überfordert ist, sie wickelt das Baby in Decken ein und legt es in ihrem Koffer, bevor sie ihre Adoptiveltern um Hilfe bittet. Das Baby im Koffer beunruhigt Maura und Brian sehr, wobei auch Brian ohne fachmännische Hilfe das Elekrobaby nicht ausgestellt bekommt. Und Ginny hat nur das gemacht, was sie schon einmal gemacht hat. Vor 5 Jahren, als Ginny 9 Jahre alt war, plötzlich die Polizei in ihrem Zuhause auftauchte, da versteckte sie ihre Babypuppe auch in einem Koffer.


Ginnys leibliche Mutter Gloria war zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage sich um ihre Tochter zu kümmern, häusliche Gewalt, Männer, Drogen und Kindesvernachlässigung prägten daraufhin Ginnys junges Leben.

Erinnerungen daran führen dazu, dass Ginny sich nicht wohlfühlt oder Angst bekommt, zum Teil äußert sich das heftig. Nur die Erinnerungen an ihre Babypuppe sind noch immer allgegenwärtig, unabhängig davon, dass ihre Adoptiveltern sie mit einer anderen Babypuppe abzulenken versuchten. Für Ginny gibt es nur die eine Puppe, ihre Babypuppe, die sie mit 9 Jahren hatte. Ginny weiß sehr wohl das ihre biologische Mutter, Gloria, keine gute Mutter ist, umso drängender ist es für Ginny zu ihrer Babypuppe zu kommen, sie vertraut Gloria nicht. Deshalb hat sie in der Vergangenheit mehrmals versucht, abzuhauen und deshalb darf Ginny nicht ohne Aufsicht ins Internet. Man möchte vermeiden, dass Gloria erneut Kontakt zu ihrer Tochter bekommt.

Die komplette Handlung wird ausschließlich aus Ginnys Sicht erzählt und ihre Gefühlswelt ist sehr komplex und einengend. Ginny ist pfiffig, zielstrebig und kreativ. Sie weiß im Grunde genau, was richtig uns was falsch ist, oft macht sie diesen Konflikt mit sich selbst aus oder mit ihrer Therapeutin Patrice. Denn ihr Herz ist groß und sie fühlt sich für das Wohl ihrer Babypuppe verantwortlich. Ginny hat nicht nur einen Plan, sie hat eine Mission, die sie mit allen Mitteln versucht, umzusetzen.

Natürlich bleiben ihre Aktionen nicht ohne Folgen. Die Beziehung zu ihren Adoptiveltern verändert sich zunehmend, vor allem nach der Geburt von Baby Wendy. Ginny ist der festen Überzeugung, dass sich um Baby Wendy nicht richtig gekümmert wird, weil nur Kühlschrankmilch für ein Baby geeignet ist und nicht Brustmilch. Die kann ja nicht ernähren, schließlich hat Ginny auch keine Brustmilch. Diese Sorge ist eigentlich goldig und beweist, wie fürsorglich Ginny ist, wenn nicht auch eine gewisse Dramatik und eine Ursache dahinter stecken würden.

Mit diesen Aktionen macht sie ihrer Adoptivmutter Maura Angst, die sich immer zum Schutz ihres Babys zurückzieht. Es zerreißt mir das Herz, klar verstehe, dass Maura um ihr Baby besorgt ist, auf der anderen Seite ist sie auch für Ginny verantwortlich und viel zu oft habe ich mir gewünscht, dass die Erwachsenen genauer hinhören und eingehen auf Ginny, damit ihnen bewusst wird was sie eigentlich beabsichtigt. In der Zeit von Baby Wendy wird Adoptivvater Brian immer mehr zur Bezugsperson, was mich auch gefreut hat, da Ginny Männern gegenüber nicht leicht Vertrauen fassen kann. Leider zeigt sich hier allerdings, dass Ginnys Wahrnehmung auch Grenzen hat, so bekommt sie nicht mit, das es Brian schlecht geht, sie kann keine Rücksicht nehmen. Das war beim Lesen nicht immer einfach.

Ich fand der Autor Benjamin, Ludwig hat mit Ginny eine besondere Protagonistin geschaffen, die nicht immer leicht zu verstehen ist, aber das ist normal, denn Ginny ist ein klein wenig anders als andere 14-jährige Mädchen. Trotz der Schwierigkeiten die Ginny hat und anderen auch macht, hat sie ein goldenes Herz und mit Sicherheit einen Plan im Leben, man muss nur bereit sein, sich darauf einzulassen und ihr Vertrauen und zuhörende Ohren schenken.

Fazit

„Ginny Moon hat einen Plan“, erzählt die Geschichte von einem ganz besonderen jungen Mädchen, die auf mehr als nur einer Weise in ihrer eigenen Welt lebt und oft Hilfe von anderen benötigt, damit sie sich zurechtfindet. In jungen Jahren musste sie zu dem auch noch Schreckliches durchmachen, die sie bis in die Gegenwart geprägt haben, umso wichtiger, ist ihr ihre Babypuppe und um zu der zu gelangen, wird Ginny mutig und kreativ. Vieles würde einfacher laufen, wenn man dem Mädchen einfach zuhören würde. Ihre Geschichte ist nicht immer einfach, Ginny ist nicht immer leicht und gerade deshalb hat sie sich in mein Herz gelesen und sehr berührt. Klare Leseempfehlung für Ginny und ihre Geschichte. 5 Sterne.



Vielen Dank an Harper Collins Germany für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

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© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Hey Cindy,

    es freut mich sehr, dass dir das Buch so super gut gefallen hat. Ich glaube, für mich ist es nicht unbedingt etwas.
    Das Cover finde ich aber irgendwie faszinierend.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo liebe Sandra,

      das ist schade, denn „Ginny Moon hat einen Plan“ ist ein großartiges Buch mit einer besonderen Protagonistin. Es wäre schön, wenn Ginny mehr Leser bekommt. :)
      Liebe Grüße Cindy

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